Was wäre, wenn...?

Planen Sie Ihre gesundheitliche Zukunft! 

Wichtige Punkte

✔ Die GVP hilft Ihnen, Ihre Wünsche und Werte für die Zukunft festzuhalten.
✔ Sie gibt Ihnen ein beruhigendes Gefühl und entlastet Ihre Angehörigen.
✔ GVP ist in jedem Lebensalter sinnvoll – nie zu früh, aber oft zu spät.
✔ Sie bestimmen eine vertretungsberechtigte Person, die in Ihrem Namen entscheidet.
✔ Die Patientenverfügung ist das zentrale Dokument der GVP.

Was ist die gesundheitliche Vorausplanung?

Die meisten Menschen wollen selbst entscheiden wie sie medizinisch behandelt und betreut werden wollen – zum Beispiel im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit. Genau hier setzt die gesundheitliche Vorausplanung (GVP) an.

Die GVP dient der Planung Ihrer gesundheitlichen Zukunft. Sie hilft Ihnen und Ihren nahstehenden Personen sich auf gesundheitliche Situationen und Entscheidungen vorzubereiten – insbesondere dann, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, für sich zu sprechen.

Die GVP gibt Ihnen die Möglichkeit, über Ihre Wünsche, Werte und Präferenzen hinsichtlich zukünftiger medizinischer Massnahmen nachzudenken und diese schriftlich festzuhalten.

Bei der GVP geht es nicht nur darum, sich auf das Lebensende vorzubereiten, sondern darum, für alle gesundheitlichen Bedürfnisse zu planen. Sie können nicht wissen, welche medizinischen Entscheidungen in Zukunft auf Sie zukommen, aber Sie wissen, was Ihr Leben lebenswert macht und was für Sie kein Leben mehr wäre.

Warum sollte ich eine gesundheitliche Vorausplanung durchführen?

Wenn Sie zum Beispiel nach einem Unfall oder aufgrund einer vorbestehenden Krankheit plötzlich sehr krank werden und nicht mehr selbst für sich sprechen können, müssen Ihre Angehörigen über medizinische Massnahmen und Therapiemöglichkeiten entscheiden. Das ist eine sehr belastende Zeit für sie. Insbesondere dann, wenn Ihre Liebsten nicht wissen, was Sie möchten und was nicht

Studien zeigen: Die GVP stärkt die Selbstbestimmung, sorgt für mehr Sicherheit, entlastet Angehörige bei Entscheidungen und führt zu realistischeren Therapieentscheidungen sowie weniger Notfallhospitalisationen. (Gemmell et al., 2022; Souza et al., 2024)

Für wen und zu welchem Zeitpunkt ist die gesundheitliche Vorausplanung gedacht?

Die Planung zukünftiger medizinischer Entscheidungen betrifft uns alle. Der Zeitpunkt ist nie zu früh, aber oft zu spät. Je nach Gesundheitszustand unterscheiden sich die inhaltlichen Schwerpunkte.

Allgemeine Vorausplanung

Für gesunde Menschen aller Altersgruppen. Grundlegende Überlegungen zu Wünschen und Werten.

Vertiefte Vorausplanung

Für Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder zunehmender Gebrechlickeit. Detaillierte Planung mit Fachpersonen.

Krankheitsspezifische Vorausplanung

Für Menschen mit einer lebenslimitierenden Erkrankung. Enge Zusammenarbeit mit dem Palliative-Care-Team.

Wann kommt die gesundheitliche Vorausplanung zum Einsatz?

Die GVP wird wirksam, wenn Sie nicht mehr selbst in der Lage sind, Entscheidungen zu kommunizieren – etwa durch Bewusstlosigkeit nach einem Unfall, einen Schlaganfall oder eine fortgeschrittene Demenz.

Ärztinnen und Ärzte prüfen dann Ihre festgehaltenen Anweisungen und befolgen diese. Gleichzeitig kann Ihre vertretungsberechtigte Person in Ihrem Namen Entscheidungen treffen.

Vertretungsberechtigte Person bestimmen

Wählen Sie eine Person aus, die Ihnen nahesteht und Ihre Wünsche, Werte und Einstellungen kennt – ein Familienmitglied, eine gute Freundin oder ein Nachbar.

Diese Person kommt zum Einsatz, wenn Sie urteilsunfähig sind. Halten Sie diese schriftlich in Ihrer Patientenverfügung fest und stelle sicher, dass sie weiss, wo Ihre Dokumente aufbewahrt werden.

Aufgaben als vertretungsberechtigte Person bei einer Urteilsunfähigeit

Informieren

Gesundheitsfachpersonen informieren Sie über die Situation. Anschliessend informieren Sie über Werte und Präferenz.

Diskutieren

Gemeinsam werden die Informationen diskutiertund bestmöglich in die Therapieentscheidungen integriert.

Zustimmen

Nachdem alle Optionen besprochen wurden, stimmen Sie den Entscheidungen zu, als wären Sie die betroffene Person.

Die Patientenverfügung

Basierend auf Ihrer Werthaltung und was Lebensqualität für Sie bedeutet, können Sie für medizinische Situationen vorausplanen, in denen Sie nicht mehr selber entscheiden können. Sie helfen damit auch Ihren Angehörigen, schwierige Entscheidungen zu treffen.

Eine Patientenverfügung ist in jedem Lebensabschnitt sinnvoll.

Für die Erstellung können Sie sich an einer Vorlage orientieren oder die iDecide-App nutzen.

Broschüre empfohlen: «Der Weg zu Ihrer Patientenverfügung – in 7 Schritten»

Sie halten fest: welche medizinischen Massnahmen Sie möchten oder ablehnen, wer Ihre vertretungsberechtigte Person ist, und wo das Dokument aufbewahrt wird.

Unterschreiben Sie das Dokument mit Ort und Datum. 

Ihre Lebenssituation und Gesundheit kann sich ändern. Überprüfe sie und passen Sie Ihre Patientenverfügung regelmässig an – zum Beispiel jährlich oder nach einem wichtigen Lebensereignis.

Es ist empfehlenswert, medizinische Entscheidungen mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu besprechen, damit sichergestellt wird, dass sie in der Praxis umsetzbar sind.

An einem gut zugänglichen Ort zu Hause, und eine Kopie bei Ihrer Hausärztin / Ihrem Hausarzt hinterlegen. Ihre vertretungsberechtigte Person muss wissen, wo das Dokument zu finden ist.

Weitere Dokumente wie Betreuungs- und Behandlungsplan, medizinische Notfallanordnung und Notfallplan werden durch Fachpersonen gemeinsam mit Ihnen erstellt.